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Fassade dämmen - Der Leitfaden zur energetischen Sanierung

Egal ob Neu- oder Altbau, bei der Fassadengestaltung bietet sich immer die Gelegenheit gleich eine geeignete Fassadendämmung anzubringen. Welche Art der Fassadendämmung, welcher Rohstoff und welche Dämmstärke an einem Gebäude "die richtigen" sind und wie das gesamte Projekt Fassadendämmung am besten geplant und erfolgreich durchgeführt wird zeigen wir in unserer Anleitung "Fassade dämmen - der Leitfaden zur energetischen Sanierung". Doch zunächst wollen wir mit einer Frage beginnen, die Sie sich vermutlich selbst schon gestellt haben:

 

Lohnt es sich meine Fassade zu dämmen?

Diese Frage ist kurz und einfach zu beantworten: Ja!
Besonders hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit bringt die Dämmung einer Fassade viele Vorteile mit sich, was bedeuten soll, dass sich die Investition in ein WDV-System für den Bauherren auszahlen wird. Man sprich hierbei von "amortisieren", was bedeutet, dass die Kosten durch die Erträge wieder eingebracht werden. Abhängig vom Umfang der Dämm-Maßnahmen tritt dieser Fall früher oder später.
Die wirtschaftlichen Vorteile einer gedämmten Fassade sind beispielsweise:

 

Langfristige Wertsteigerung der Immobilie

Durch das Anbringen einer Fassadendämmung wird dem Gebäude selbst ein neuer Wert zugetragen, dieser zeigt sich besonders in einem guten Energieausweis, so kann z.B. im Falle eines Verkaufs der Immobilie ein höherer Verkaufswert erzielt werden.

Geringere Heizkosten durch Energie-Einsparung

Sinn und Zweck einer Fassadendämmung ist es eine bereits bestehende Raumtemperatur in bewohnten Innenräumen zu halten. Dies geschieht dadurch, dass die aufgetragene Dämmschicht verhindert, dass sich Innenräume bei hohen Außentemperaturen schnell aufheizen. Gleichermaßen verhindert diese Dämmschicht das Abkühlen von Innenräumen bei sehr niedrigen Außentemperaturen. Durch diesen Effekt muss im Winter deutlich weniger geheizt werden, wodurch die Heizkosten stark vermindert werden.

Nachhaltiger Schutz der Bausubstanz

Die fertig verarbeitete Fassadendämmung kann auch als eine Art Schutzhülle für das Gebäude gesehen werden. Durch die neu geschaffene, witterungsbeständige Oberfläche wird die ursprüngliche Bausubstanz vor Umwelteinflüssen geschützt und gut erhalten.

Neben der guten Wirtschaftlichkeit einer Fassadendämmung bietet diese noch weitere Vorteile:

  • Persönlicher Beitrag zum Klimawandel
  • Verbesserung des Wohnklimas
  • Optische Neugestaltung/Aufwertung der Fassade

 

Persönlicher Beitrag zum Klimawandel

Heute wichtiger denn je und so aktuell wie nie zuvor ist die Diskussion um den ökologischen Fußabdruck, den wir hinterlassen. Durch das Anbringen einer Fassadendämmung an den Außenwänden Ihrer Immobilie leisten Sie automatisch auch einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Durch die zusätzliche Dämmung wird der Energiebedarf deutlich gesenkt und mit einem niedrigeren Energiebedarf müssen auch weniger fossile Brennstoffe verbrannt werden um diese Energie zu erzeugen. Besonders effektiv sind Fassadendämmstoffe aus Styropor. Durch geringen Materialeinsatz kann mit diesem Rohstoff eine möglichst hohe Dämmwirkung erzielt werden. Noch nachhaltiger dämmen Sie Fassaden mit Dämmstoffen aus naturbelassenen Rohstoffen wie z.B. Steinwolle/Mineralwolle. Diese Dämmplatten werden aus Naturgestein gefertigt und gelten als besonders ökologisch.

Verbesserung des Wohnklimas

Im Sommer angenehm kühl und im Winter kuschelig warm - ein Wohnklima zum Wohlfühlen! Die Fassade dämmen ist der Weg den man geht um dies zu erreichen. Den Unterschied spürt man gleich nach Fertigstellung der Außendämmung. Auch ohne den Einsatz von Klimaanlage oder Heizung bleiben die Temperaturen der Innenräume jetzt lange konstant.

Optische Neugestaltung/Aufwertung der Fassade

Nach Abschluss der eigentlichen Dämmarbeiten werden der Fassadenputz und die Fassadenfarbe aufgetragen. Neben verschiedenen Kornstärken des Fassadenputzes (1,00mm bis 3,00mm) können Sie Ihrer Fassade eine individuelle Note durch einen selbst gewählten Farbton der Fassadenfarbe mitgeben. Die Farbauswahl der Systemhersteller ist groß und auch ein Anstrich nach RAL-Farben ist möglich, sodass aus insgesamt mehr als 500 verschiedenen Farben ausgewählt werden kann. Besonders beliebt sind farblich abgesetzte Sockel oder Tür- und Fensterlaibungen. Wie genau Ihre Immobilie aus der Nachbarschaft hervorstechen soll entscheiden Sie selbst.

 

Mit welchem Dämmstoff soll ich meine Fassade dämmen?

Dass Sie Ihre Fassade dämmen möchten ist an diesem Punkt vermutlich bereits klar. Jetzt stellt sich die Frage nach dem zu verwendenden Dämmstoff. Wie zuvor schon kurz erwähnt gibt es zwei klassische Dämmstoffe um die Fassade zu dämmen:

  • Dämmplatten aus EPS/Styropor
  • Dämmplatten aus Steinwolle

Die Vor- und Nachteile dieser Dämmstoffe haben wir Ihnen im Folgenden kurz zusammengefasst.

Fassade dämmen mit Dämmplatten aus EPS/Styropor

EPS (das steht für "Expandiertes Polystyrol") ist der klassische Dämmstoff für das Dämmen einer Fassade, es ist auch unter dem Markennamen "Styropor" bekannt. Diese dämmplatten sind hocheffizient und an einem Großteil der bereits gedämmten Fassaden wurde auf diese Art an Dämmplatten zurückgegriffen. Dämmplatten aus Styropor können bereits bei geringen Dämmstärken eine große Energieeinsparung erzielen und sind in der Anschaffung besonders günstig. Es gibt mehrere verschiedene Ausführungen dieser Dämmplatten, wobei die bekanntesten das weiße Styropor sind und solche Dämmplatten, denen ein Edelgraphit beigemischt wird, sodass die Platten grau erscheinen. Die weißen EPS-Dämmplatten haben eine WLG (WLG steht für "Wärmeleitgruppe") von 040, die grauen Dämmplatten mit dem Edelgraphit "NEOPOR" von BASF haben eine WLG von 031, sie sind etwa 20% effektiver als das weiße Styropor.

Fassade dämmen mit Dämmplatten aus Steinwolle

Neben den EPS-Dämmplatten wird mittlerweile auch häufig mit nachhaltigen Produkten wie z.B. Dämmplatten aus Steinwolle gedämmt. Besonders in den letzten Jahren ist der Anteil an Dämmfassaden mit mineralischen Dämmplatten aus Steinwolle stark angestiegen. Der Grund dafür ist wahrscheinlich, dass diese Dämmplatten (auch "Putzträgerplatten" genannt) aus natürlichem Vulkangestein gefertigt und somit zu 100% recyclebar sind. Dämmplatten aus Steinwolle sind zudem mit der Brandschutzklasse A1 gekennzeichnet, sie sind demnach nicht brennbar. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Diffusionsoffenheit der Dämmplatten - sie sind besonders atmungsaktiv. Die Wärmeleitfähigkeit einer Putzträgerplatte aus Steinwolle liegt in der Regel bei λ 0,036 W/mk oder λ 0,035 W/mk und liegt somit genau zwischen den Dämmwerten der EPS-Dämmplatten.

Fazit: Die Entscheidung danach welche Dämmplatte für Ihre Fassade am geeignetsten ist wird besonders durch Ihre persönliche Vorliebe bestimmt. Ein Energieberater kann bei der Entscheidungsfindung hilfreich sein, dieser kann zumindest die benötigten Berechnungen zu den gewünschten Dämmstoffen und der erforderlichen Dämmstärke durchführen.

 

Bedarfsermittlung - persönlichen Bedarf berechnen, so geht's!

Nachdem Sie einen Dämmstoff ausgewählt haben muss nun der individuelle Mengen-Bedarf ermittelt werden. Für einen Großteil der benötigten Materialien zur Dämmung der Fassade finden Sie im Folgenden eine Berechnungshilfe:

Fassadendämmplatten

Es werden die gesamten Flächen der Außenwände gemessen. Das sind bei einem freistehenden Gebäude z.B. Vorder- und Rückseite, sowie die beiden Seiten inkl. dem Giebel (das sind die dreieck-förmigen Flächen an den Stirnseiten des Gebäudes, sie reichen bis unter das meist spitz zulaufende Dach).

Sockeldämmplatten

Wenn die Dämmung im Erdbereich, gleich auf der Geländeoberkante oder nur knapp darüber (bis 30 cm) beginnt, so wird eine spezielle Sockeldämmplatte benötigt. Hierzu werden die laufenden Meter um das gesamte Gebäude gemessen. In der Regel werden diese Dämmplatten 50cm hoch verarbeitet. Die Fläche an Sockeldämmplatten ziehen Sie von der Fläche an Fassadendämmplatten ab.

Brandschutz-Riegel

Diese Brandschutz-Riegel sind 20cm hoch und werden an den Bereichen verarbeitet, die unter dem Punkt "Brandschutz" beschrieben sind. Sie werden an diesen Stellen umlaufend um das gesamte Haus verarbeitet. Fassaden, die mit Dämmplatten aus Steinwolle gedämmt werden benötigen keine zusätzlichen Brandriegel. Die Fläche an Brandschutz-Riegeln ziehen Sie ebenfalls von der Fläche an Fassadendämmplatten ab.

Klebemörtel

Der Bedarf an Klebemörtel richtet sich nach der insgesamt zu dämmenden Fläche und der Beschaffenheit des Untergrundes. Bei einem Neubau ist für eine Dämmung mit EPS-Dämmplatten mit einem Verbrauch von etwa 4 kg/m² zu rechnen, bei einer Dämmung mit Steinwolle-Dämmung rechnet man mit etwa 5 kg/m². Bei einer Altbausanierung und abhängig vom Untergrund kann der Bedarf an Klebemörtel (unter Umständen auch deutlich) höher ausfallen.

Armierungsmörtel

Der Verbrauch an Armierungsmörtel richtet sich nach dem Verbrauch des Klebemörtels. Er liegt bei Dämmfassaden mit EPS/Styropor bei etwa 4 kg/m², für Dämmfassaden mit Steinwolle werden etwa 5 kg/m² benötigt. Der Bedarf ist jedoch für Neu- sowie Altbauten identisch und variiert nicht.

Armierungsgewebe

Die Gesamtfläche aller Dämmstoffe (Fassadendämmung, Sockeldämmung und ggf. Brandriegel) wird mit einem Armierungsgewebe ausgekleidet. Dieses wird überlappend verlegt, sodass auf die zuvor ausgerechnete Gesamtfläche 10% hinzugerechnet werden. Das Ergebnis gibt an wieviel m² an Armierungsgewebe benötigt wird.

Putzgrundierung

Auf die gesamte armierte Fläche wird flächendeckend eine Putzgrundierung aufgetragen. Der Bedarf an Putzgrundierung richtet sich nach dem Verbrauch, dieser liegt bei ca. 0,3 kg/m².

Fassadenputz

Der Bedarf an Fassadenputz richtet sich nach der zu dämmenden Fläche und des Verbrauchs des Fassadenputzes. Häufig wird ein mineralischer Fassadenputz mit einer Kornstärke von 2,00 mm verarbeitet. Der Verbrauch und somit der Bedarf an Fassadenputz liegt bei diesem Putz bei ca. 3,3 kg/m². Andere Putze und Kornstärken können einen höheren oder niedrigeren Verbrauch aufweisen.

Fassadenfarbe

Ein Eimer dieser Farbe reicht für den zweifachen Anstrich von einer Fläche von 20-25 m². Teilt man die gesamte anzustreichende Fläche durch 20, so erhält man den Bedarf an Fassadenfarbe. Ein Fachmann kann mit einem Eimer Fassadenfarbe bis zu 25 m² streichen.

Sockelschiene

Wie schon zuvor für die Sockeldämmung werden die laufenden Meter um das gesamte Gebäude gemessen. Ziehen Sie hierbei Fenster- und Türöffnungen ab.

Eckschutzschiene

Um den Bedarf an Eckschutzschienen zu ermitteln werden alle 90°-Außenwinkel zusammengerechnet. Gemessen werden hierzu alle Hauskanten und die Öffnungen der Türen und Fenstern links, rechts und oben. Die Untere Kante wird nicht mitgemessen, da die Fensterbank selbst einen Eckschutz darstellt.

Fenster-Anputzleiste

Erneut werden die Fenster und Türen links, rechts und oben gemessen, wie zuvor schon um den Bedarf an Eckschutzschienen zu errechnen. Diesmal werden jedoch die Hauskanten nicht mitgerechnet. Statt alle Fenster- und Türen erneut zusammen zu rechnen können Sie von dem vorherigen Wert für den Eckschutz einfach die Hauskanten abziehen.

Dämmstoffdübel

In WDVS (Wärmedämmverbundsystemen) werden die Dämmplatten zusätzlich von 5-6 Dämmstoffdübeln / m² gesichert. Der Bedarf an Dämmstoffdübeln ergibt sich demnach aus der Gesamtfläche an Fassadendämmplatten.

Ergänzend zu dieser Hilfestellung bei der Bedarfsermittlung ist es wichtig zu sagen, dass jedes Gebäude unterschiedlich ist.  Das Ermitteln des Bedarfs kann sich ggf. auch etwas komplizierter gestalten. Hierzu bietet Ihnen unser Profi-Berater-Team auch gerne telefonisch und persönlich sein Fachwissen und eine umfassende Beratung an. Sie erreichen unser Team unter der Hotline: 02423 - 406 444

 

Fassade dämmen - fachgerechte Verarbeitung vom Profi

Meist werden für das Durchführen der Dämmarbeiten Firmen beauftragt, die das gesamte Material an der Baustelle verarbeiten. Die Profis kennen Ihr Handwerk ganz genau und in der Regel werden von ihnen alle Produkte fachgerecht verarbeitet. Mit ein wenig handwerlichem Geschick und mit Hilfe unserer Verarbeitungsanleitungen können auch Sie zum Profi werden und die Dämmung der Fassade (zumindest teilweise) selbst durchführen. Hilfestellung erhalten Sie von uns z.B. in Form von YouTube-Videos:

Weitere umfangreiche Hilfestellungen/Verarbeitungsanleitungen finden Sie in unseren pdf-Dateien, die wir Ihnen zum Lesen, Speichern und Ausdrucken anbieten. Dort finden Sie unter anderem Anleitungen zu den folgenden Themen:

Bei unbeantworteten Fragen in der Vorbereitungsphase oder bei der Verarbeitung bieten wir Ihnen jederzeit an direkt mit uns in Kontakt zu treten. Hierzu stehen wir Ihnen persönlich am Telefon zur Verfügung unter: 02423 - 406 444. Gerne beantworten wir Ihre Fragen auch per E-Mail, hierzu können Sie uns Ihr Anliegen über unser Kontaktformular oder per E-Mail zukommen lassen an die Adresse: info@dk-westment.de